Aktionstage / AKtionswochen (eingestellt)
Zwischen 2022 und 2025 unterstützte die Stiftung Schulen mit einer finanziellen Förderung dabei, einen Projekttag oder eine Projektwoche zu einem wirtschaftlichen Thema durchzuführen. Mit Ende 2025 wurde dieses Angebot eingestellt und mit dem Begleitprogramm “Wirtschaftsbildung wirkt!” eine nachhaltige und vertiefende Alternative ins Leben gerufen.
Aktionstage
Ziel der Aktionstage war es, Schüler:innen lebensnah und aktiv an wirtschaftliche Fragestellungen heranzuführen und ihnen zu ermöglichen, Wirtschaft als Teil ihres Alltags zu erleben. Im Mittelpunkt stand eine verantwortungsvolle Auseinandersetzung mit Themen wie dem Umgang mit Geld, Konsumentscheidungen, Schuldenprävention, Nachhaltigkeit, der Arbeitswelt der Zukunft sowie den Kompetenzen, die junge Menschen für ihren späteren Berufsweg benötigen. Die thematische Ausgestaltung der Aktionstage war bewusst offen gehalten, um Schulen die Möglichkeit zu geben, eigene Schwerpunkte zu setzen und auf die Bedürfnisse ihrer Schüler:innen einzugehen. Zur Unterstützung standen Ideen für Workshops, Kooperationsmöglichkeiten mit externen Organisationen sowie begleitende Informationsmaterialien zur Verfügung, die auf Erfahrungen bereits umgesetzter Aktionstage aufbauten. Auf diese Weise konnten Schulen Wirtschaftsbildung praxisnah, abwechslungsreich und außerhalb klassischer Unterrichtsformate gestalten. Schulen in ganz Österreich setzten die Aktionstage in vielfältiger Weise um:

Aktionstag Wirtschaftskreislauf
Der Aktionstag beschäftigte sich mit dem Rahmenthema der Markt. Dabei wurde den Schüler:innen des BG/BRG Oberpullendorf am Beispiel der Popcornproduktion der Wirtschaftskreislauf näher gebracht und theoretische Inhalte mit Hilfe einer realen Begegnung begreifbar gemacht.
Die Schüler:innen beleuchteten Themen wie Landwirtschaft (“Vom Feld auf unseren Teller”), Marketing, Preisbildung und Kostenplanung sowie Massenproduktion, Nachhaltigkeit und Verkauf am Markt, um im Anschluss daran die Vorbereitungen für die Marktwoche zu treffen.

Aktionstag Erneuerbare Energien
Die Schüler:innen der Mittelschule Telfs Anton Auer beschäftigten sich an ihrem Aktionstag mit dem Thema „Erneuerbare Energien“ und arbeiteten hierfür an einem Projekt, dass bereits im Rahmen des Unterrichtsfaches „Berufspraxis-Lebenskunde & Wirtschaft“ gestartet wurde. Das Projekt wurde in 3 Phasen geteilt:
Phase 1: Die Schüler:innen lernten welche Energieträger es gibt und in welche zwei großen Bereiche sie einzuordnen sind: erneuerbare und NICHT-erneuerbare Energien. Dabei lag der Schwerpunkt auf den erschöpflichen Energien. Anhand verschiedener Arbeitsblätter und Videos wurden sie damit vertraut gemacht und auch dafür sensibilisiert zB. Vorteile vs. Nachteile/Risiken.
Phase 2: Die Schüler:innen bauten ein Solar-Auto in Einzelarbeit. Gleichzeitig bekamen sie wichtigen Input wie zB. Welche Bedingungen sind an Solar geknüpft? Welchen Nutzen hat die Solartechnik? Was könnte besser gemacht werden? Welche Vorteile hat die Solartechnik gegenüber den erschöpflichen Energien?
Phase 3: Abschließend bauten die Schüler:innen in Gruppen eine „grüne Modellstadt“, verknüpften diese mit dem Wissen zu erneuerbaren Energien, dass sie sich selbst aus unterschiedlichen Medien holten (Internet, Bücher,Broschüren) und präsentierten dies am Ende. Danach erfolgte eine Ergebnissicherung des Wissens, indem sie schriftlich zu 3 zentralen Fragen reflektierten: Warum müssen/sollten wir unsere derzeitige Beschaffung von Energie überdenken? Was kann ICH tun? Was hat mir das Projekt „Solar-Auto“ und die „Modellstadt“ gezeigt?

Aktionstag Upcycling, ökologischer Fußabdruck und Nachhaltigkeit des Geldes an der Mittelschule Gnas
Durch diverse Videos und Arbeitsblätter, wurde den Schüler*innen auch nahegebracht, wie sich ihr Handeln auf das Klima auswirkt. Abgerundet wurde der Aktionstag durch einen Vortrag Oesterreichischen Nationalbank bei dem es um die Nachhaltigkeit des Geldes, den Geldkreislauf, Falschgeld und die Frage “Wie gehe ich mit Geld um?” ging.
Zitate von Lehrer:innen zum Aktionstag:
“Da das Thema Wirtschaft in GWB ein großer Bereich ist, ist es toll, dass die Schülerinnen und Schüler auch praktische Einblicke und Verknüpfungen in diesem Projekt aufgezeigt bekommen haben.”
“Die SDGs sind ein großer Schwerpunkt an unserer Schule, daher ist es super Theorie und Praxis miteinander zu verbinden.”
“Ein sehr gelungenes Projekt. Den Schülerinnen und Schüler hat es sehr gefallen, sie waren sehr bei der Sache und sehr engagiert.”
“Da man nicht alle Bereiche in diversen Gegenständen abdecken kann, ist es toll, dass solche Projekte an unserer Schule durchgeführt werden.”
“Die drei Schwerpunkte wurden toll bearbeitet und den Schülerinnen und Schülern verständlich erklärt.”
Zitate von Schüler:innen zum Aktionstag:
“Ein super Projekttag, das Beste war das straßentauglich machen der Fahrräder.”
“Es war sehr spannend die Fahrräder zu reparieren und ich freue mich darauf, sie auch austesten zu dürfen.”
“Spannend war zu hören, dass Geld aus Baumwolle besteht, welche nur an zwei Standorten angebaut wird. Nachhaltigkeit wird beim Anbauen der Baumwolle groß geschrieben.”
“Es war sehr informationsreich.”
“Durch den Vortrag der OeNB hat man einen guten Einblick in den Bereich des Geldes und des Wirtschaftens bekommen.”
“Der gesamte Projekttag war sehr gelungen und sehr interessant.”
Aktionswochen
Die Aktionswochen waren als vertiefendes Format konzipiert und ermöglichten eine intensive Auseinandersetzung mit Wirtschaftsbildung über mehrere Tage hinweg, entweder im Rahmen einer zusammenhängenden Projektwoche oder verteilt über das Schuljahr. Neben der inhaltlichen Vertiefung lag ein besonderer Fokus auf der Förderung überfachlicher Kompetenzen wie Projektplanung, Teamarbeit, Eigenständigkeit, Kreativität und Reflexionsfähigkeit. Inhaltlich konnten Aktionswochen unterschiedliche Schwerpunkte setzen, unter anderem in den Bereichen Entrepreneurship Education, bei der Schüler:innen eigene Ideen entwickelten und umsetzten und dabei verschiedene Projektphasen von der Ideenfindung bis zur Reflexion durchliefen, ebenso wie Finanzbildung, bei der Konsumentscheidungen, Budgetplanung, der Umgang mit Geld und wirtschaftliche Bedürfnisse thematisiert wurden. Weitere mögliche Schwerpunkte waren Berufe und Arbeitswelt, etwa zur Unterstützung der Berufsorientierung und zur Auseinandersetzung mit Bildungs- und Berufswegen, sowie nachhaltiges Wirtschaften, das Wirtschaft als gestaltbares System im Zusammenspiel von Umwelt, Gesellschaft und Staat vermittelte. ls Unterstützung standen dabei themenspezifische Materialien zur Verfügung. Auch hier setzen Schulen in spannende und nachhaltige Projekte um:

Textil mit Stil
Die Aktionswoche und Markttage der MS Mürzkirchen standen unter dem Motto “Textil mit Stil”. Im Rahmen der Projektwoche lernten die Schüler und Schülerinnen wirtschaftliche Abläufe kennen und wurden selbst kreativ. Mit dem Schwerpunkt auf das Thema Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft bedruckten sie alte T-Shirts, Schürzen und Stofftaschen mit “nachhaltigen Texten”. So entstanden Sprüche wie “Lieber Tomaten im Salat, als auf den Augen”, die zum Nachdenken anregen. Gemeinsam mit einer gesunden Jause wurden die Produkte dann am Marktstand verkauft. So wurden Nachhaltigkeitsthemen an die Frau und an den Mann gebracht.
Zitate von Lehrer:innen
“Der Markplatz ist für uns eine super Möglichkeit, gemeinsam mit den Schuler:innen Ideen zu entwerfen und sie in der Tat umzusetzen.”
Materialtipp: Das Material “Marktwoche” kann Unterstützung bei der Umsetzung solcher Projekte bieten.

Marktwoche an der PTS Urfahr – Alles dreht sich um das Rad!
Im Rahmen des spannenden Projekts „Marktwoche – Wie setze ich eigene Ideen um?“ haben sich sämtliche Fachbereichsgruppen der Polytechnischen Schule Urfahr zusammengeschlossen, um gemeinsam an einem schulübergreifenden Vorhaben zu arbeiten. Ziel war es, eigene Ideen nicht nur zu entwickeln, sondern sie auch praktisch umzusetzen – mit großem Erfolg. Jede Gruppe brachte ihre fachliche Kompetenz ein und leistete einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Marktwoche, die unter dem Motto „Wirtschaft erleben“ stand.
IT-Gruppe: Kreative Köpfe hinter Auftritt und Werbung
Die IT-Gruppe übernahm eine zentrale Rolle in der digitalen Umsetzung. Sie entwickelte nicht nur eine moderne und benutzerfreundliche Homepage, sondern entwarf auch ein ansprechendes Logo, das die Identität der Marktwoche widerspiegelt. Darüber hinaus kümmerte sich die Gruppe um professionelle Werbematerialien – von Flyern bis zu Social-Media-Beiträgen – und sorgte dafür, dass das Projekt eine breite Öffentlichkeit erreichte.
Technische Gruppen: Mobilität im Fokus
Die beiden Technikergruppen konzentrierten sich auf ein nachhaltiges und praktisches Thema: die Reparatur und Instand-Haltung von Fahrrädern. Mit handwerklichem Geschick und technischem Know-how wurden zahlreiche Fahrräder überprüft, gewartet und wieder funktionstüchtig gemacht. Dieser Beitrag betonte nicht nur den Wert technischer Berufe, sondern auch die Bedeutung von Nachhaltigkeit und Mobilität im Alltag.
Handels- und Bürogruppen: Die treibende Kraft hinter der Marktwoche
Die Handels- und Bürogruppen organisierten die Marktwoche selbst. Unter dem Titel „Wirtschaft erleben“ entwickelten sie ein Konzept, das es ermöglichte, wirtschaftliche Zusammenhänge hautnah zu erfahren. Sie planten Verkaufsstände, bereiteten Verkaufsstrategien vor und kümmerten sich um die kaufmännische Abwicklung. Dabei bewiesen sie Organisationstalent, Teamarbeit und unternehmerisches Denken.
Ein Projekt mit Zukunft
Die Marktwoche an der PTS Urfahr ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie interdisziplinäres Lernen und praktische Umsetzung Hand in Hand gehen können. Die Schülerinnen und Schüler konnten nicht nur ihre Fachkenntnisse vertiefen, sondern lernten auch, wie wichtig Teamarbeit, Eigenverantwortung und Kreativität in der heutigen Arbeitswelt sind.
Zitate von Schüler:innen
“Es war richtig cool, mal zu sehen, wie eine Idee wirklich umgesetzt wird. Oft reden wir in nur in der Schule darüber, aber diesmal haben wir alles selbst gemacht – von der Planung bis zur Umsetzung. Besonders stolz bin ich darauf, dass wir als IT-Gruppe die Homepage und das Logo gestalten durften. Man hat richtig gesehen, wie wichtig jeder Bereich für das große Ganze ist.“
Zitate von Lehrer:innen
“Die Marktwoche hat gezeigt, dass wir als Schule was auf die Beine stellen können, wenn alle zusammenhelfen. Es war nicht immer leicht, aber genau das hat es so besonders gemacht. Am Ende war es ein tolles Gefühl, etwas geschaffen zu haben, auf das man stolz sein kann.“
Materialtipp: Das Material “Marktwoche” kann Unterstützung bei der Umsetzung solcher Projekte bieten.

ZOLA – Zukunft lernen & Wirtschaft erleben
An der Mittelschule Mondsee ist Wirtschaftsbildung mehr als ein Unterrichtsthema – sie wird gelebt. Im Rahmen unseres Projekts ZOLA – “Zukunftsorientiertes Lernen und Arbeiten” setzen sich Schüler*innen aller Jahrgänge jede Woche mit wirtschaftlichen, sozialen und nachhaltigen Fragestellungen auseinander. In zwei Wochenstunden pro Klasse entwickeln sie eigene Projektideen, planen ihre Umsetzung, kalkulieren Kosten, führen Verkaufsaktionen durch und reflektieren ihre Ergebnisse.
So entstanden im Laufe des Schuljahres zahlreiche kreative und praxisnahe Projekte: Marmeladenproduktion, Käseherstellung, Naturkosmetik, Möbelbau aus Paletten, Spielzeugflohmarkt, Weihnachtsmarkt, Schlüsselanhänger häkeln, Jause-Verkäufe, Besuche in Kindergärten und Volksschulen uvm. Besonders wichtig: Die Ideen stammen von den Schüler*innen selbst. Sie übernehmen Verantwortung, arbeiten im Team und erleben unmittelbar, wie wirtschaftliches Denken mit sozialem Handeln verbunden sein kann.
Ein Highlight war das ZOLA-Fest am Ende des Schuljahres. Dort präsentierten die Jugendlichen ihre Projekte der Schulgemeinschaft. Eltern, Lehrpersonen und externe Gäste zeigten sich beeindruckt vom Engagement und der Eigenständigkeit der Schüler*innen. Die Begeisterung war spürbar – sowohl bei den jungen „Unternehmer*innen“ als auch bei den Besucher*innen.
Das macht ZOLA so besonders
Die Jugendlichen verwalten ihre Einnahmen eigenständig. Mit dem Gewinn werden neue Projekte finanziert, gemeinsame Aktivitäten wie eine Schulübernachtung ermöglicht oder Spendenaktionen unterstützt. So werden wirtschaftliche Grundprinzipien – von der Planung über die Umsetzung bis zur verantwortungsvollen Geldverwendung – ganzheitlich erfahrbar. ZOLA stärkt Selbstwirksamkeit, Teamgeist und ökonomisches Verständnis!
Zitate von Schüler*innen:
„Wir haben gelernt, wie man etwas plant, produziert, verkauft – und am Ende auch, wie man mit dem Geld umgeht.“
„Ich weiß jetzt, was es heißt, Verantwortung für ein eigenes kleines ‘Unternehmen’ zu übernehmen.“
„Es war spannend zu sehen, wie viel wir mit unseren Ideen erwirtschaften konnten – und wie wir das Geld sinnvoll einsetzen.“
Zitate von Lehrer:innen
„Die Schüler*innen haben wirtschaftliche Zusammenhänge nicht nur theoretisch verstanden, sondern praktisch erlebt.“
„Projektorientiertes Lernen zeigt, wie eng Sozialkompetenz und wirtschaftliches Denken zusammengehören.“
„Besonders beeindruckend war, wie reflektiert die Jugendlichen mit dem erwirtschafteten Geld umgegangen sind – sie haben investiert, gespendet und geplant.“
Materialtipp: Das Material “Marktwoche” kann Unterstützung bei der Umsetzung solcher Projekte bieten.
Neues Angebot: „Wirtschaftsbildung wirkt!“ – Begleitprogramm für Schulen
Mit dem 2-jährigen Programm bietet die Stiftung für Wirtschaftsbildung nun die Möglichkeit, nicht nur punktuell, sondern langfristig und nachhaltig Wirtschaftsbildung an Schulen der Sekundarstufe 1 zu etablieren. Dabei erhalten Schulen zahlreiche Unterstützungsangebote wie Lehr- und Lernmaterial, ein Fortbildungsprogramm, Vernetzungs- und Schulentwicklungsangebote sowie finanzielle Förderung. Jährlich werden 30 neue Schulen in das Programm aufgenommen und verankern in den 2 Jahren Wirtschaftsbildung in Form von fächerübergreifenden Projektwochen oder zusätzlichen Wochenstunden an ihrem Standort.